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Geschichte des Rathauses

 

Aus der Baugeschichte des Crimmitschauer Rathauses

Das Crimmitschauer Rathaus als Sitz der Stadtverwaltung erlebte im Verlauf seiner Geschichte durch viele Jahrhunderte Höhen und Tiefen. Immer wieder interessieren sich viele Gäste und Bürger der Stadt für die Historie dieses schönen altehrwürdigen Gebäudes. Nachfolgend erhalten Sie die wichtigsten Daten und Fakten.

1414
Im Jahr der Verleihung des Stadtrechtes ist bereits ein steinernes Rathaus vorhanden, dessen Ursprung und Aussehen leider unbekannt ist.

1430
Das erste Rathaus wird im Hussitenkrieg zerstört.

1450
Der kurz darauf errichtete zweite Rathausbau fällt im Sächsischen Bruderkrieg zwischen dem Kurfürsten Friedrich dem Sanftmütigen und Herzog Wilhelm erneut zum Opfer.

1499
Ein zwischenzeitlich aus Holz und Lehm errichtetes drittes Rathaus wird wegen Baufälligkeit des Mauerwerkes und des Turmes durch einen Steinbau ersetzt. Dieser vierte Rathausbau besteht fast drei Jahrhunderte.

1555
Bau eines Rathausturmes, welcher als Wohnung des Stadtpfeifers und später für den Ratsdiener und Turmwächter bestimmt ist.

1771
Die Baufälligkeit des vierten Rathauses, das ohnehin zu klein geworden ist, führt in diesem Jahr zu seinem Abbruch.

1772
Am 30. Mai wird der Grundstein für den Kernbau des noch heute bestehenden Rathauses gelegt. Im September wird die Turmkuppel gehoben und mit dem Aufsetzen des Turmknopfes im Oktober ist das Rathaus vollendet. Bereits im Dezember wird das Rathaus feierlich eingeweiht. Die Gesamtbaukosten wurden größtenteils durch eine Lotterie aufgebracht.

1804
Im September 1804 wird die Spindel gerichtet sowie Knopf und Fahne des Turmes vergoldet.

1846
Der Ratsdiener und Turmwächter bezieht die Turmwohnung, die früher vom Stadtmusikus (auch „Zunft- und Stadtpfeifer“ genannt) bewohnt war.

1852
In diesem Jahr erfolgt ein wesentlicher Umbau im Inneren des Rathauses.
Bei der vom Staat beschlossenen Umgestaltung der Untergerichte wird Crimmitschau zum Sitz eines Einzelgerichts bestimmt. Zu diesem Zwecke stellt das Rathaus Räumlichkeiten zur Verfügung. Im Erdgeschoss befindet sich die Ratskellerwirtschaft und im ersten Stock Verwaltungsräume. In der Mansarde befindet sich das Verhandlungszimmer des Gerichts, welches zugleich für Ratssitzungen genutzt wird. Außerdem gibt es auch zwei Gefängniszellen.
Das Gebäude erhält Blitzableiter und neue Eingangsstufen.

1856
Anschluss des Rathauses an die Stadtgasversorgung.

1858
Einbau einer neuen Turmuhr.

1865-1886
Im Jahre 1865 findet wiederum eine Erneuerung des Rathausturmes statt. 1868 wird das Rathaus, besonders der Hausflur, verändert und verschönert. 1886 macht sich aufgrund der Verlegung einiger Abteilungen in das Thiemesche Haus (Markt 4) ein teilweiser innerer Umbau des Rathauses erforderlich.

1891/92
Der bedeutsamste Umbau erfolgt in diesen Jahren.
Bereits 1870 erwirbt die Stadt das ehemals Hessel‘sche Haus (Ecke Silber-str./Marktplatz) zur Vergrößerung des Rathauses und lässt an seiner Stelle 1891/92 einen Anbau errichten, der mit dem alten umgebauten Rathaus zu einem schön gegliederten Gesamtbau vereinigt wird. Die gesamte Außenfassade wird im Stil des Neobarock erneuert und zum Teil mit Ornamentsteinen verblendet.
Am 7. Januar 1892 wird der neue Ratssaal im Rahmen einer Stadtverordnetensitzung eingeweiht.
Als Symbol des Marktrechts setzt man eine gusseiserne Roland-Figur auf das Rat-hausdach.

1898
Anschluss des Rathauses an die Stadtwasserleitung.

1906
Auslagerung des „Ratskellers“ in das Haus Badergasse 2. Im Erdgeschoss des Rat-hauses zieht nun die Sparkasse ein.
Anschluss an die Stromversorgung.

1909/11
Ein weiterer Rathausanbau erfolgt an der Ecke Herrengasse/Salzgasse, bei dem gleichzeitig ein Keller für die Zentralheizungsanlage sowie ein zweites kleineres Treppenhaus geschaffen wird.

1914
Anlässlich des 500-jährigen Stadtrechtsjubiläums wird an der Fassade zur Silberstraße ein Porträtmedaillon von David Friedrich Oehler angebracht.

1918-20
Ein nochmaliger Erweiterungsbau erfolgt an der Ecke Silberstraße/Salzgasse mit Treppenhaus.

1928
In die Räume der Sparkasse zieht die Polizeiwache und die Kriminalpolizei ein.

1942
Die Rolandsfigur wird verschrottet und als Metallspende des deutschen Volkes für den II. Weltkrieg der Rüstungsindustrie zugeführt.

1954
Nach Entfernung der neubarocken Schmuckelemente an der Fassade erhält das Rat-haus sein heutiges Aussehen.

1992
Der Rathausturm wird neu eingedeckt sowie die Turmkugel und Wetterfahne neu vergoldet.

1994/95
In diesen Jahren macht sich eine umfassende Außen- und Innenrenovierung erforderlich, in deren Rahmen auch das Dachgeschoss ausgebaut wird.
Im Juni 1994 kehrt die Rolandsfigur als Geschenk eines Crimmitschauer Handwerkers und Unternehmers auf das Rathausdach zurück. Eine weitere Firma spendet ein Glockenspiel für den Rathausturm, welches stündlich mit seinen Glockenschlägen sowie viermal am Tag mit bekannten Melodien Einheimische und Besucher erfreut.

2001
Einbau eines gläsernen Personenaufzuges für Besucher und Mitarbeiter.

Quellen: Chronik der Stadt Crimmitschau v. August Max Richter sowie
aus dem Heimatblatt Nr. 10/1941

 
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