Befragung Vitale Innenstädte 2024: Crimmitschau schneidet mit Schulnote 2,4 ab
Zum sechsten Mal hat das IFH Köln deutsche Innenstädte unter die Lupe genommen. Erstmals beteiligte sich Crimmitschau an der bundesweiten Erhebung. Dafür wurden an mehreren Tagen im Oktober 436 Personen an zentral definierten Punkten befragt. Als wichtigste Gründe für einen Innenstadtbesuch benannten die Teilnehmer Handels-, Gastronomie- und Dienstleistungsangebote.
Einen weitaus höheren Stellenwert als in vergleichbaren Städten hat das Thema Wohnen. 51,8 Prozent der Interviewpartner gaben an, dass sie im Stadtzentrum zu Hause sind (gegenüber 16,2 Prozent in vergleichbaren Städten). Über die Hälfte der Besucher kommt mit dem Auto (52,2 Prozent), während öffentliche Verkehrsmittel (14,9 Prozent) und Fahrräder (12,4%) eine untergeordnete Rolle spielen.
Insgesamt bewerteten die Passanten Crimmitschaus Innenstadt mit Schulnote 2,4 (vergleichbare Städte: 2,6). Besonders lobten sie das vielfältige Kulturangebot (2,2), die Architektur/Gebäude und Fassaden (2,2), die Parkmöglichkeiten (2,2), das Einzelhandelsangebot (2,4) und die Sport-, Spiel- und Freizeitmöglichkeiten (2,5).
Folgende Wünsche haben die Befragten geäußert, um die Innenstadt attraktiver zu gestalten: Verbesserung des ÖPNV (78,4%), Aufwertung der Fußgängerzone (70,2%), Ausbau der E-Ladesäulen (68,3%), weiterer Ausbau von Pkw-Parkmöglichkeiten (41,3%), Umgestaltung zu einer grüneren Innenstadt (31 %) und Ausbau des Radverkehrs (26,4%).
Positiv fiel bei der Besucherbefragung auf, dass ein jüngeres Publikum als in vergleichbaren Städten das Zentrum bevölkert. So betrug das Durchschnittsalter der befragten Passanten in Crimmitschau 43,1 Jahre, in vergleichbaren Städten 48,1 Jahre.
Der Einkauf im Internet liegt im Trend und macht den Innenstadthändlern zu schaffen. Die meisten Befragungsteilnehmer besuchen zwar die Innenstadt für einen Einkaufsbummel, aber doch seltener.
Oberbürgermeister André Raphael betont die Bedeutung der Ergebnisse: „Die Befragung gibt uns wertvolle Hinweise darauf, was die Menschen an unserer Innenstadt schätzen und wo wir noch besser werden sollten. Gemeinsam mit den lokalen Akteuren wollen wir die Ergebnisse nutzen, um Crimmitschau noch attraktiver zu gestalten. Wir danken allen Teilnehmern fürs Mitmachen und die wertvollen Hinweise.“
Torsten Spranger, Geschäftsführer der IHK Regionalkammer Zwickau, sagt: „Der Wandel im Handel ist in vollem Gange. Umso wichtiger ist es, die richtigen Stellschrauben für eine zukunftsorientierte, vielseitige Innenstadtentwicklung zu finden. Die Befragung liefert eine solide Datenbasis und bietet eine gute Orientierung für die nächsten Schritte. Wir wünschen viel Erfolg bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen. Gerne sind wir bereit, hierbei fachlich zu unterstützen.“
Foto: Nick Pfeifer-Mühlbach (Wirtschaftsförderer Stadt Crimmitschau), Torsten Spranger (IHK Zwickau), Kathrin Stiller (IHK Zwickau) und Oberbürgermeister André Raphael v.l.n.r.