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Stadtrundgang - Oberes Tor / Roter Turm

 
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Auf dem Foto sieht man die aktuelle Ansicht des Taubenmarktes mit dem Roten Turm am Eingang zum City Center

Heute ist der Rote Turm wahrscheinlich nur noch als moderner Neubau und Eingang in die Fußgängerpassage Piazza am Taubenmarkt bekannt. Doch hinter diesem Wahrzeichen steht eine Geschichte, welche bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht. Der Rote Turm, wie wir ihn heute bewundern können, ist ein Neubau und entstand mit dem neuen City Center, welches seit Dezember 1997 zum Bummeln, Verweilen und Einkaufen einlädt. Vom Standort des originalen Roten Turmes zeugt heute eine Bronzeplatte mit einem Bildnis des „Roten Turms“ auf dem Taubenmarkt vor dem Sparkassengebäude.

Auf dem Taubenmarkt befand sich bis weit ins 19. Jahrhundert hinein ein hölzerner Röhrbrunnen. Von 1893 – 1944 war hier der Standort des Kaiser-Wilhelm-Denkmals.

Heute lädt der neu gestaltete Taubenmarkt mit einer einladenden Sitzgruppe und einem Quellstein zum Verweilen ein.

Zur Geschichte des Roten Turmes:

Auf dem linken Foto sieht man den Turm vor 1904. Das mittlere Foto zeigt das zur Stadtrechtsfeier 1914 nachgebaute obere Tor neben dem Roten Turm und ganz rechts ein Foto mit der Turmhaube nach 1904.

Die innere Stadt war früher mit einer Stadtmauer und drei Toren versehen, dem oberen „Zwick´schen Tor“, dem unteren, niederen oder „Schmöllischen“ Tor und dem Wassertor. Bei jedem Tor stand nach alter Art außer einem Torhäuschen für den Torwärter ein hoher steinerner und viereckiger Turm.

Der Rote Turm am Standort des heutigen Taubenmarktes wurde auf Grund städtebaulicher Umgestaltung am 5. Oktober 1928 trotz heftiger Proteste seitens der Bevölkerung abgebrochen. Man ging früher davon aus, dass der Turm zwischen 1000 und 1100 erbaut wurde. Erst bei dem Abriss im Jahre 1928 konnte das genaue Alter des Bauwerkes ermittelt werden. In 1 Meter Höhe inmitten des Turmes in einer höhlenförmigen Aussparung wurden Scherben von 2 Töpfen, ein Stück Eisen und verschiedene Tierknochen gefunden, wobei sich aus der Lage und der Beschaffenheit der Töpfe ergab, das diese bereits als Scherben beim Bau des Turmes beigesetzt worden waren. Diese sogenannten Bauopfer wurden früher vielfach als Glücksbringer in Neubauten eingefügt. Es wurde dadurch herausgefunden, dass der Turm zwischen 1350 und 1400 erbaut worden sein musste und er somit ca. 578 Jahre das Stadtbild von Crimmitschau prägt. Er war 23,85 m hoch und trug eine 3 m hohe und 150 kg schwere Wetterfahne. Diese wurde dem Roten Turm erst 1904 zusammen mit der neuen Turmhaube aufgesetzt. Ehe der Turm dieses rote Dach erhielt, bildete ein Kranz von Zinnen mit einem einfachen Blitzableiter den Abschluss. Abbildungen aus noch früheren Zeiten zeigen den Turm mit einem spitz zulaufenden Dach.

Auf den historischen Fotos sieht man den Taubenmarkt links während eines Marktes und das rechte Foto zeigt den Platz mit Rotem Turm und Kaiser Wilhelm Denkmal.

Der Turm selbst hatte seine gedrungene Form nie verändert, viereckig auf mächtigem Grund, reckte er Jahrhunderte hindurch seine trutzige Gestalt auf dem Taubenmarkt. Das dazugehörige Tor, das obere oder Zwick´sche Tor, hatte die Stadt bereits 1824 weggerissen und erst zur Stadtrechtsfeier im Jahr 1914 konnten sich die Crimmitschauer an einem Imitataufbau ein Bild von dem früheren oberen Tor machen. Auf dem Turm befand sich ein sogenanntes Betglöckchen, welches morgens und abends geläutet wurde. Dies war nach historischen Aufzeichnung 1682 angeordnet worden und sollte wohl daran erinnern, dass das Glöckchen mit seinem hellen Ton die Bürger der Stadt oftmals vor Kriegsleuten und Raubgesindel warnen musste.

Auf den beiden Fotos wird der Abbruch des Roten Turmes im Jahr 1928 dokumentiert.

Der Gesamtumfang des Turmes betrug 21,60 m und besaß je nach Geschoß eine Mauerstärke von 1,75 bis 1,45 Metern. Annähernd dreihundert Fuhren Schutt und Steine waren das Ergebnis der Abbrucharbeiten, die etwa 4 Wochen Zeit beanspruchten. Der Mörtel zeigte in den unteren Fugen eine außergewöhnliche Festigkeit, so dass die Steine einzeln herausgemeißelt werden mussten.

Der Rote Turm diente wahrscheinlich der Rechtssprechung, daher erfolgte auch die Namensgebung: „routh“, was mittelhochdeutsch soviel wie Recht bedeutete. Der Name lässt sich also nicht auf ein sein rotes Dach zurückführen, da sich dieses sowohl in der Farbe als auch der Form mehrmals geändert hatte. Im Mittelalter wurde der Rote Turm als Gefängnis und Archiv genutzt.

 
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